Wipe Out VS. Takeshis Castle

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Nun muss es endlich mal raus: “Wipe Out – heul nicht, lauf!” ist wohl die ununterhaltenste Sendung, welche seit sehr langer Zeit auf Pro 7 zu sehen war. Jeden Dienstag Abend versucht der Privatsender zur besten Sendezeit (20:15 Uhr), mit der “Extremsport Sendung” und deren “abenteuerlichen Parcours” (so die offizielle Pressemitteilung), den Zuschauer vor den Fernsehr zu bannen. Viel Spass mit dem direkten Vergleich: Takeshis Castle (DSF), das Original VS. Wipe Out (Pro7), der Deutschen Adaption der Kultsendung.

Background

Original: Fürst Takeshis Burg wird in jeder Sendung von General Tani und dessen tapferen Soldaten (die Kandidaten) herausgefordert. Der Fürst verteidigt seinen Besitz mit diversen Aufgaben und einer vielseitigen Leibgarde. Pro Sendung versuchen meist 100 oder Mehr Kämpfer, die Burg einzunehmen. Als Location dient ein weitläufiges, authentisches Gebiet mit Wäldern, Schlamm, Hängen und nett in das beschriebene Umfeld integrierte künstliche Seen.

Adaption: 24 Kandidaten erfüllen Aufgaben um 10’000 Euro zu gewinnen. Das ganze findet in einem teils mit Kunstrasen verzierten und mit Swimmingpools ausgestatteten Pärkchen statt. Das Finale ist dann nochmal eine ganz andere Sache (siehe unten).

Die Moderatoren/Kommentatoren

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Original: Takeshi führt mit seinem ersten Berater Ishikura, bewacht von den kuriosesten Wachen, durch die Sendung. Die Kommentare sind passend platziert, teils etwas erniedrigend oder dümmlich, bringen den Zuseher aber immer wieder zum Schmunzeln oder gar Lachen.

Adaption: Matthias Opdenhövel und Werner Hansch geben wohl die schlimmsten Kommentare zu einer sportähnlichen Spassendung von sich, die jemals in der Fernsehwelt zu hören waren. Niveauloser Schenkelklopferhumor den nicht Mal Kleinkinder zu einem Zahnlückengrinsen bringen könnte. Unterste Schublade.

Vor-Ort-Berichterstattung

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Original: General Tani nimmt sich hin und wieder einen seiner Kämpfer zur Seite, dieser schreit einen Kämpferischen Ansporns ins Mikrophon und rennt los.

Adaption: Charlotte Engelhardt stellt den langweiligen Kandidaten Blondinchenfragen wie “Wieso bist du hier?” Dies dauert je nach Kandidat auch gerne mal länger als die eigentliche Aufgabe.

Aufgaben

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Original: Eine Hohe Mauer, Wasserpistolen-Kampf gegen Takeshis Armee, Labyrinth mit Wächtern, See mit unsicheren Übergangssteinen, Fallende Box, Berg und Gegner bezwingen, Seilüberquerung unter Beschuss, Todeslöcher als Glücksspiel. Gesamt: 8.

Adaption: Hang hinunter gehen, Becken mit sicheren Übergangsklötzen, Wand mit Boxfäusten, gestapelte Klötze, riesige Luftballon”brücke”, Seilbähnchen ins Schaumbad, Vom-Podest-Hau Kreisel, Schwindlig-Parcour. Gesamt: 8 (eigentlich nur 3, da die ersten 6 zusammengehörig sind).

Finale

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Original: Die Finalisten erkämpfen sich durch dutzende Gegner eine kitschige Burg hinauf und scheitern bei der Erledigung Takeshis meistens.

Adaption: Rutschbahn runter, über Fässchen Springen, Kletterwand klettern, auf Kreisel springen, über Drehbalken watscheln, Trampolin springen, fertig. Klingt spannend, ist es aber nicht. Pro Kandidat dauert dies in Echtzeit selten unter 5 Minuten – zum Glück wird hier viel geschnitten. Am Schluss gewinnt der Schnellste.

Fazit

Original: Takeshish Castle bleibt der Klassiker, die 34ig Minütige DSF Version bietet abwechslungsreiche Aufgaben, jede Woche neu. Mitfieberfaktor ist dank den herrlich naiv-euphorischen Kandidaten garantiert.

Adaption: Eine Katastrophe. optisch einach unglaublich plastisch und öde, keineswegs unterhaltsam, dämliche Kommentare, langweilige Kandidaten und lächerliche Aufgaben. Mitfieberfaktor: Null.

Achtung: Jede Folge beider Sendungen ist anders. Für diese Kritik wurden zwei Exempelfolgen herausgepickt, die S01E01-Sendungen.



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4 Kommentare:

  1. Hmm. Tönt ja mal wieder nach ner totalen Fehladaption.

    Wobei man ja sagen muss, dass der Vergleich von Takeshi Castle und dem komischen Ding auf Pro7 nicht ganz korrekt ist.

    Es handelt sich dabei ja eher um die Adaption von Sasuke ( http://en.wikipedia.org/wiki/Sasuke_(TV_series) ). Bei diesem Format handelt es sich auch um einen Parcour, welcher von den Teilnehmern absolviert werden muss.

    Wobei… Auch da ist die Adaption.. misserabel.. gelinde ausgedrückt…

    Ein Japaner der “BAAAAANZAAAAIIII” schreit ist einfach 1000 mal witziger als ein Deutscher :)

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