Wenn Trigami-Angebote zu WTF-Momenten führen

Auf meinem Blog gibt es keine kommerzielle Werbung. Da ich selbst kein Fan solcher Finanzierungsmöglichkeiten bin, wird das wohl auch weiterhin so bleiben. Die gelegentlichen Trigami-Artikel bilden hier die grosse Ausnahme. Oder vielleicht besser: Bildeten, Präteritum.

Vorab: Ich habe nichts gegen Trigami, ganz im Gegenteil, ich finde die Idee super, sowohl für Blogger als auch für Anbieter vom Produkten und Serviceleistungen. Auch hatte es immer wieder Kampagnen, welche ich aus eigenen Gründen abgelehnt habe – Browsergame-Werbung, Dating-Site Testberichte, Video Reviews und so weiter.

Wer Trigami noch nicht kennt: Die Firma vermittelt kommerziellen Inhalt an Blogger, heisst eine Firma macht Vorgaben, der Blogger schreibt darüber und kassiert dafür eine meist eher kleine Summe oder ein Produkt. Gemacht habe ich das selbst schon ein paar Mal, nachzulesen hier. In den letzten Monaten wurden die Angebote der Advertiser jedoch immer schlechter – mir fällt kein besseres Wort ein. Folgend ein paar Beispiele, welche dies aufzeigen sollen, anbei immer auch der Grund, wieso ich die entsprechende Kampagne abgelehnt habe.

Schoscho und Chérie – was für ein Paar
Typ: Advertorial | Bezahlung: 15.- (ohne Gegenangebot)
Ob man die zwei jetzt lustig findet oder nicht spielt keine Rolle, ein Trigami Artikel fällt so oder so im Sinne des Advertisers aus. Gestört hat mich die Kombination aus der Anweisung “Bitte einen der unten stehenden Beiträge in Eurem Blog publizieren, welchen Ihr zugeteilt bekommt, werden wir bei Bewerbungsannahme entscheiden und Euch per E-Mail mitteilen.” und den Texten, in der Ich-Form. Es wäre als ein Werbetext, den ich nicht Mal selber aussuchen hätte dürfen, auf meinen Blog publiziert worden, der so ausgesehen hätte, als ob ich ihn geschrieben hätte. Das ist schlicht und einfach ein hinters-Licht-Führen des Lesers, so nicht!

LED LENSER – M7R
Typ: Text-Review | Bezahlung: 0.- (ohne Gegenangebot) | Produktgeschenk im Wert von ~460.-
Bei einem so wertvollen Produkt sagt man normalerweise nicht Nein. Auch wenn es sich dabei “nur” um eine Taschenlampe handelt. Besser gesagt um zwei davon. Das Problem hier: Man sollte nicht nur ein Text-Review schreiben 8was ich gerne gemacht hätte), nein, die zweite Lampe sollte an “eine private Person oder Vertreter einer Institution, die sich besonders für den Umweltschutz einsetzt”. Hätte ich auch gerne gemacht. Nur: Darüber noch einen zweiten Beitrag zu schreiben, insgesamt also 700 Wörter, war für die Null-Bezahlung schon etwas dreist.

memon® Umwelttechnologie – negativen Begleiterscheinungen der Telefon- und Handystrahlung beeinflussen
Typ: Advertorial | Bezahlung: 7.48 Fr. (mit Gegenangebot)
Die Bezahlung alleine ist schon eine Frechheit. Dann das Produkt selbst, eine Art esoterischer Handy-Strahlen-”Löscher”. Erklärung der Firma: “Nicht Strahlung wird gelöscht, sondern die negativ wirkenden Informationen dieser Strahlung”. Aha. Und dann noch folgende Anweisung: “Bitte schaltet für diesen Artikel Eure Kommentarfunktion aus”. Zwielichtiges Produkt, schlechte Bezahlung und dann noch Verbot der freien Meinungsäusserung – nein danke.

cobra CRM PRO 2010 – Software von Menschen für Menschen
Typ: Text-Review | Bezahlung: 34.54 Fr. (mit Gegenangebot)
Meiner Meinung nach hat sich der Advertiser schlichtweg in der Zielgruppe vergriffen. Wer würde bei seiner Suche nach Business-Software wie beispielsweise einem CRM-Produkt, private Blogs durchsuchen und diese dann noch als Entscheidungshilfen oder gar Referenz ansehen?

Dies sind nur einzelne Beispiele, welche mich erreicht haben. Dabei geht es mir nicht um die Produkte selbst, hier soll die jeweilige Trigami-Kampagne angesprochen werden. So ist die Tendenz bei Trigami immer mehr “Keine Bezahlung, das Produkt selbst reicht”. Dumm nur, dass man als Blogger über Trigami nicht irgendwelche Produkte erhalten, sondern das eigene Einkommen oder die Blogfinanzierung ankurbeln will. Wie wäre es zum Beispiel bei der Lampen-Kampagne gewesen, wenn als zweite Lampe “nur” ein kleineres Modell zum Einsatz gekommen wäre, dafür aber dem Blogger ein paar Franken für die Artikel bezahlt würden?

Mein Wunsch: Wieder weg von den teuren Produkt-Geschenken, dafür wieder mehr Bezahlung der eigentlichen Arbeit. Wie seht ihr das? Nutzt ihr Trigami? Und war früher eh alles besser?



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2 Kommentare:

  1. Hab ich mich doch gestern mit Schoscho und Chérie über Twitter unterhalten. Wie kommen eigentlich die Trigami-Werbungen zu Trigami!? Doch sicher nur durch den Werbenden, ja?

  2. Ich denke es zumindest, ja. Diese können sich auch bei Trigami anmelden, ähnlich wie die Blogger.