Teeny Sexperten

Jugendliche sind dumm. Also zumindest die pubertierenden Klischee-Teenys sind dumm. Aber auch wissens- und praxisdurstig, was die partnerschaftliche Leibesertüchtigung in (meistens zumindest) horizontaler Position anbelangt. Doch der Wissensdurst ist schnell gestillt und das mit der Praxis, naja, da scheisst man doch gepflegt auf das Wissen. Auch Aids geht vorbei.

Das Aha folgt meistens erst nach dem Oho.

Das Aha folgt meistens erst nach dem Oho.

Natürlich sollte man das gefährliche Halbwissen Basler Jugendlicher nicht verallgemeinern, der Stand der Aufklärung ist sicherlich in jedem Kanton anders. Im Thurgau kriecht der Wurm in den Apfel, im Tessin und in Uri geht’s um einen Tunnel und Züge, die Zürcher wissen von Geburt an wie das geht und in Bern, naja, da kann die Erklärung vom Päpuu auch bis ins 30. Lebensjahr andauern. Aber man hat es da dafür nicht sooo pressant.

Zurück zu heilbarem HIV. Auch wen Basel chemiespezifisch gesehen stärker belastet ist, als andere Kantone, kann wohl auch da noch nicht von einer Anti-Aids-Spritze ausgegangen werden. Anders ist das natürlich mit Kondomen. Die existieren sogar schon in Bern. Und bei den lustigen Gummitütchen, die sich ideal auch für Partyspiele eignen,  gilt die Devise: Je mehr desto besser. Auch die Pille darf man sich heute mit dem Freund teilen, Gleichberechtigung nennt man das. Ganz und gar ungerecht ist hingegen, dass die Ejakulation zumindest normalerweise nur einseitig geschieht. Gemein.

Um solche und weitere Wahrheiten besser verbreiten zu können, werden Jugendliche Sexperten gefordert. Solche sexualkundlich stark gebildete Persönlichkeiten sollten jedoch vorsichtshalber in zwei Kategorien eingeteilt werden. Ersteres wäre der belehrende Halbwüchsige, der von vaginaler Penetration beim Koitus faselt, selbst aber Angst vor seinem Schnäbi hat. Sein Gegenstück ist der Mr. Sex-Typ von Berater. Mit acht hat er sich das erste Mal die nacht in Paris reingezogen, mit zehn kannte er die 50 grössten Pornoseiten im Internet und mit zwölf begann er, seine Umgebung zu entjungfern. Zumindest laut eigenen Angaben. Faktisch gesehen ist Typ zwei lediglich eine Red Bull trinkende Version von Typ 1.

Eine tolle Lösung für ein unhaltbares Problem. Wer wollte in seiner Oberstufen-Schulzeit nicht zu einem unbefreundeten Besserwisser gehen, um sich Ratsschläge zu einem Hihihidasseitmrnöd-Thema zu holen?

Was denkt ihr über die Anti-Aids-Spritzen? Oder über die Bekämpfung der Darwin’schen Evolutionstheorie? Oder über Kondome mit Kokosnuss-Geschmack? Oder stört ihr euch einfach am Wort “Schnäbi”?

3 Kommentare

 
  1. Ich finde deine Theorie, dass sich Typ zwei von Typ eins lediglich durch das Red Bull trinkens unterscheidet sehr tiefsinnig. Da könnte man doch sicher Neurochemisch ansetzen. Ein wenig Antidepressiva rein mischen und wir bekommen eine schöne SSRI-bedingten sexuelle Dysfunktion. Das macht die zittrigen Red Bull Junkies sogar noch glücklich und der Gendrift in Richtung Verblödung wäre fürs Erste gestoppt.

  2. du wilst mir aber nicht sagen dass an so ein zeug glaubt!

  3. An welches Zeugs soll ich glauben?

Facebook-Kommentare

 

Ein Trackback

  1. Von Kinderspielzeug | ahnungslos.ch bei 01.03.2010 um 19:57

    [...] würdet ihr für die reife Jugend tun? Aufklärung ist unnötig geworden, das wissen wir ja, also müssen nun Produkte und Dienstleitungen her! Eure Vorschläge in [...]

Kommentieren

 
*
*

Deine Mailadresse wird nur gegen enorm hohe Bezahlung weitergegeben. Nein, nur Spass, sie bleibt geheim. Pflichtfelder *