Serie: City Assassin

Serie: City Assassin – tink.ch – 03. November bis 02. Dezember 2008

03. November 2008 – “Spannung und Abwechslung für den Alltag”
Die Teilnehmer sind Auftragskiller und Opfer zugleich. Ihr Jagdgebiet ist Zürich und ihre Munition besteht aus Wasser. Ein neues Spiel verunsichert die Schweiz.

Man nennt es “StreetWars”, “SoakOps” oder, wie auch hier in der Schweiz, “City Assassin”. Die Rede ist dabei nicht von einem Brett- oder Videospiel, sondern von einer, in die reale Welt integrierten, Auftragskiller-Simulation. StreetWars stammt wohl aus den USA, wo bereits 2005 die erste offizielle Runde gestartet wurde. Seitdem werden weltweit solche Wettbewerbe veranstaltet, die Regeln sind dabei immer ähnlich. Über einen Zeitraum von drei Wochen hat die oder der Angemeldete die Aufgabe, möglichst viele ihm von den Organisatoren mitgeteilte Opfer mit einer Wasserpistole niederzustrecken. Gleichzeitig muss die Person darauf achten, dass sie selbst nicht erledigt wird. Dabei gibt es keine Pausen, das Spiel findet 24 Stunden und überall in Zürich statt. Um das zugeteilte Opfer auch finden zu können, erhält man sowohl dessen Wohn- als auch Büro-Adresse und ein Foto der Person.

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10. November 2008 – Der tödliche Alltag
City Assassin – die Wasserpistolenschlacht hat begonnen. Tink.ch rüstete zwei ihrer Redaktoren mit Plastikpistolen aus. Nun berichten sie von ihrer ersten Woche als Auftragskiller.

Für mich begann City Assassin in der Nacht auf Samstag. Morgens um 01:00 Uhr hatte ich ein Treffen mit dem Shadow Government an der Zürcher Langstrasse vereinbart. Mit leichter Verspätung fand ich den, wie ein Klischee-Mafioso gekleideten,  Agenten und erhielt nach dem Unterschreiben eines Haftungsauschluss-Vertrages einen wachsversiegelten Umschlag überreicht. Neben meinem ersten Opfer erhielt ich darin auch ein Regelbuch, welches aber streng geheim und deshalb nicht zur Veröffentlichung gedacht ist – es lässt sich jedoch nicht leugnen, das die Organisatoren so gut wie alle Eventualitäten auszuschliessen versuchen, um einen reibungslosen Spielablauf garantieren zu können.

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17. November 2008 – Tink.ch schlägt “20minuten”
Aufrüsten wie James Bond, der erste Mord und das klägliche Scheitern von Vincent Vega. Die zweite Woche City Assassin -Wasserschlacht bot einiges an Aufregung.

Leider kann ich mich nicht so einfach von einem Spezialisten namens “Q” ausrüsten lassen, wie James Bond das meistens tut. Deshalb begebe ich mich in das führende Waffengeschäft für City Assassins: Franz Carl Weber. Wo sonst kriegt man auch im 5 Grad kalten November eine Wasserpistole? Wie ich erfahren habe, hatten auch andere Mitspieler diese Idee und wurden mit den gleichen konfusen Blicken beworfen wie ich. Da ich mich mit einer als Fisch geformten Knarre nicht gerade ernst genommen fühle, entschied ich mich für die XM230 – was für ein Name! – ein futuristisch anmutendes, handliches Model mit verhältnismässig grossem Tank. Schmunzelnd werde ich gefragt, ob ich die Spielzeugwaffe als Geschenk eingepackt haben wolle. Natürlich nicht, ich will mein Opfer ja nicht mit Spielzeug beglücken sondern mit Wasser eiskalt umlegen – im wahrsten Sinne des Wortes.

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24. November 2008 – Traum eines Wasserpistolen-Killers
Nach drei Wochen City Assassin sind beide Tink-Auftragskiller noch im Rennen. Kurz vor dem “Death Match” lehnen sie sich nicht zurück, sondern gehen in die volle Offensive.

Nachdem die letztwöchentlichen Erfolge an der Wohnadresse meines Opfers ziemlich gering waren, begab ich mich dieses Mal an dessen Arbeitsort. Kurz vor Feierabend pendelte ich mit einer Flasche voll Munition und meiner Knarren in die Innenstadt und suchte die Häuserblocks nach meiner Zieladresse ab. Leicht perplex fand ich mich vor einem Hochhaus mittlerer Grösse wieder und konnte meine Ratlosigkeit kaum mehr verbergen. Anstelle einer einzelnen, überschaubaren Firma sind in dem Gebäude über ein Dutzend Organisationen mit unzähligen Nebenausgängen untergebracht. Um mich erst Mal wieder zu sammeln lud ich meine Waffe und da passierte es! Schon wieder! Die Knarre rinnt unterdessen fast an allen Stellen.

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02. Dezember 2008 – Am Ende hiess es “Death Match”
Das schweizweit erste City Assassin ist zu Ende. Die beiden Tink.ch-Wasserpistolen-Killer hielten sich bis zuletzt im Rennen. Hat einer von ihnen die 400 Franken Siegesprämie gewonnen?

Nach den geplanten drei City-Assassin-Wochen waren noch 12 Stadtkiller am Leben, also etwa die Hälfte aller Spieler. Deshalb wurden die Regeln geändert: Jeder gegen jeden und tägliche Aufgaben. Als erstes musste man ein Codewort, welches in einem toten Briefkasten an der Tramhaltestelle beim Letzigrund bereitlag, an den Organisator schicken. Die ersten 8 kamen weiter. Da ich am Montagmorgen frei hatte, änderte ich meine Taktik in die klare Offensive, begab mich zum Stadion, fand und verschickte das Codewort und legte mich auf die Lauer. Logischerweise werden die anderen ja auch vorbeikommen müssen, so mein Gedanke. Und tatsächlich: Nach einer Stunde erschien ein junger Mann, der hektisch nach dem Codewort suchte. Ich zögerte kurz und schritt dann langsam auf ihn zu. Meine Wartesekunden waren ein Fehler, wie sich gleich heraus stellte. Er hatte mich bemerkt und rannte in athletischer Geschwindigkeit in Richtung Albisriederplatz.

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