Jetzt wird’s prickelnd, unanständig und *peitsch* schmerzhaft. Oder doch nicht? Vorab muss gesagt werden, wie dieser Beitrag entstanden ist. Mein Bruder erzählte mir auf leicht verstörende Art und Weise von einem Spiel namens “Ja, Herr und Meister”. Nach ein paar dummen Sprüchen (und dem gelungen Überzeugungsversuch, dass dieses Spiel tatsächlich harmlos war) entdeckte ich per Zufall einen sehr populären Artikel auf 20min.ch zur Sadomaso Szene, inklusive Umfrage. Sind Dinge wie Lackfetisch und BDSM-Praktiken tatsächlich gesellschaftsfähig geworden?
Ich wagte mich an die Umfrage und war etwas erstaunt, fasziniert und teilweise auch schockiert. Dinge wie Fesselspiele und Outdoorsex sind für den sexuell aufgeklärten Menschen keine Ich-versteh-nur-Bahnhof-Ausdrücke. Bei den folgenden Antworteoptionen sieht das schon etwas anders aus:
Welche dieser Sex-Praktiken haben Sie selbst schon einmal ausprobiert?
- Orgasmusverbot - Wie bitte soll das gehen? “Ne du kommst jetzt nicht!” – “Okay.”
- Atemkontrolle beim Sex - Stelle ich mir eher gefährlich vor
- Entführungen/inszenierte Vergewaltigungen - Meiner Meinung nach: Nein! Wie kann man sich an einer Straftat, die unter keinen Umständen rechtzufertigen ist, aufgeilen?
- Keuschhaltung - Ahm, auch hier würde ich mich über eine Erklärung freuen
- Reizstrom an Geschlechtsteilen - Autsch!!
Zwei weitere Fragen, deren Ergebnisse spannend werden, waren folgende:
Welcher der folgenden Aussagen würden Sie zustimmen?
- SM ist eine harmlose Marotte mancher Menschen.
- Jedem Tierchen sein Plässierchen.
- SM-Praktiken sind doch irgendwie pervers.
- Menschen mit Sadomaso-Neigungen sollten vielleicht besser in psychiatrische Behandlung.
- Hoffentlich gerate ich nie an einen Menschen mit SM-Neigung.
Ich denke, dass besonders die neutralste Antwort Stimmen erhalten wird. Mit dem Wort “pervers” wurde die emotionale Gefühlsebene direkter angesprochen – schade, irgendwie, so etwas könnte das Resultat natürlich verfälschen.
Finden Sie, dass sexuelle Praktiken von einzelnen Menschen reine Privatsache sind?
- Ja, das jedermanns eigene Sache, solange es im Rahmen des Gesetzes ist.
- Ja, wenn es sich dabei nicht um Personen des öffentlichen Lebens handelt.
- Nein, das hängt immer davon ab.
- Nein, wer nicht für die notwendige Privatsphäre sorgt, muss mit öffentlichen Skandalen rechnen.
Spannend wird es hier primär in den vorderen zwei Antworten. Sind “Personen des öffentlichen Lebens” (aka Promis) tatsächlich anders zu betrachten, als der Durchschnittsbürger? Hier zu erwähnen wäre speziell auch Max Mosley (und natürlich Paris Hilton). Um den Formel 1 Boss dreht sich auch die Folgefrage:
Finden Sie den Fall des IFA-Chefs Max Mosley skandalös?
- Ja, auf jeden Fall.
- Ja, aber nur die Sache mit den scheinbaren Nazi-Uniformen.
- Ja, allerdings ausschliesslich die Publikation des Falles in den Medien.
- Nein, soll er doch machen, was er will.
Sehr gut, dass hier “die Sache mit den scheinbaren Nazi-Uniformen” extra erwähnt wird. So etwas geht, meiner Meinung nach, in die selbe Kategorie mit der inszenierten Vergewaltigung (siehe oben). Etwas mehr zu schmunzeln gab mir dann die letzte Frage:
Stört es Sie, wenn Sie in der Öffentlichkeit ungewollt Zeuge werden, wie andere Menschen einen sexuellen Fetisch ausleben (z.B. wenn eine Domina ihren Sklaven an der Leine ausführt)?
Die Vorstellung (ja, ich hab ein sehr gutes Vorstellungsvermögen) davon, zauberte ein breites Lächeln auf mein Gesicht. Was mich aber mehr belustigte, als der eigentliche Akt der öffentlichen Demütigung, sind die wohl schoockiert verstörten Gesichter der Passanten, z.B. an der Zürcher Bahnhofstrasse vor den Edelshops
Doch wie reagiert Ihr auf solche Dinge? Dieser Beitrag soll keinesfalls polarisieren. Der allenfalls bös-lustige Unterton in diesem Artikel soll auch keinesfalls die Menschen abwerten, welche die erwähnten Praktiken ausüben und mögen – aber Mal ehrlich, teilweise ist es lustig, basta! Nun seit Ihr dran, Eure Meinung ist gefragt


4 Kommentare
Als “lustig” würd ich diese praktiken nicht bezeichnen – eher als spannend, kreativ und heiss. Zumindest ist das so für all diejenigen denen sowas gefällt. Die anderen könnens weiterhin auf die ‘traditionelle’ weise treiben…
öhm ja danke…
chan mich nid a glungeni überzügig erinnere. und naja ev söttisch dich au mal mitem spiel usenand setze. han ja nid mal chöne fertig verzelle.
egal, de bricht vo de 20min mussi au mal lese.
jah läk du mier
stell der vor es lauft würklich e domina mit irem “hund” verbii
Aaalso, ich bin der Meinung dass erlaubt ist, was beiden gefällt. Ich bin der selben Meinung wie Roger, Vergewaltigungsspiele und Naziuniformen- geht gar nicht.
Aber prinzipiell soll Zuhause jeder tun und lassen können was er/ sie will. Genau, die Betonung liegt bei ZUHAUSE. Ich stelle es mir zwar sehr belustigend vor, eine Herrin mit “Hund” anzutreffen, möchte jedoch auf keinen Fall meinen Kindern erklären müssen was das soll. Ich persönlich würde mich schon kaputtlachen wenn ich mich auf ein Rollenspiel einlassen müsste- nach dem Motto: Du bist jetzt die Krankenschwester und ich der Klempner…
Geht gar nicht!
Ich selbst sehe auch keinen Reiz beim Schlagen und Luftzufuhr unterbrechen. Bis jetzt habe ich auch sehr wenige Menschen kennengelernt, die zu dieser Neigung stehen.
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