Der Pendler

Photo by ThomasFierz.comNachdem hier wieder ein wenig Stille eingekehrt ist, gönnte ich dem Blog ein paar kleine Updates. Mit der neusten WordPress-Version sind Tags nun standardmässig integriert, was ihr jeweils rechts auf der Seite seht. Aber auch inhaltlich will ich euch hiermit mit ein wenig Nonsense beglücken und beschreibe Mal, was am morgen auf meinem Arbeitsweg so alles abläuft.

Beginnen tut das Ganze in einer total überfüllten S14 nach Zürich. Da in der zweiten Klassen sowieso kein kein Platz mehr ist setze ich mich normalerweise auf die Treppe in der ersten Klasse – die Kopftüchlein-losen Sitze sind ja, wie man bei genauerer Betrachtung bemerkt, auch erstklassig. Was mir aber neu war: Man darf sich nicht in der ersten Klasse aufhalten, auch nicht bei der Türe stehen, nicht auf der Treppe sitzen, ned aufs Klo gehen, gar nix. Gut, die Toiletten sind in der ersten Klasse gar nicht vorhanden, dafür hat in Zweitklasstoiletten eine halbe Fussballmannschaft platz.

Aufmerksame Pendler haben nun anhand der vorigen WC-Beschreibung bemerkt, dass ich mit den weissen Siemens-Zügen fahre. Wieso eine Firma, die nicht mal im Stande ist, ein gescheites Handy herzustellen, plötzlich denkt, sie können ganze Verkehrsmittel bauen, ist mir eh ein Rätsel. Was dabei raus kommt ist, wie erwartet, ziemlich ärgerlich: Trittbrettstörungen. Es ist ein wahrlich beschissenes Gefühl, wenn man eh schon im Stress ist noch den Zug wechseln zu müssen, weil die Trittbretter der Türen streiken.

Falls man es doch irgendwie in den Hauptbahnhof geschafft hat, darf man sich durch hunderte Leute quälen, die das gleiche Schicksal erleidet haben und ähnlich gut gelaunt sind. Einzig unterhaltend sind die immer wieder gleichen Gesicht, welche man auf dem Weg antrifft. Ob da die ewig kichernden Tussen sind oder der Sonnebrillen-Typ mit dem Redbull: Für jeden ist etwas dabei! Verzichten könnte man trotzdem auf den einen oder anderen gestressten Business-Mann, welcher einem mit seinem Mini-Rollköfferchen den Weg abschneidet.

Wenn man dann endlich ein wenig aus der Menschenmenge entkommen ist und auf die S3 wartet – das ist übrigens der Flirt-Zug schlechthin, lest einfach ein bisschen im heute-Schatzkästchen – und Gesprächsfetzen wie “Guets Mörgeli…” auffasst, fragt ich mich dann “Was soll an Mörgeli gut sein?”. Mit einem weiteren SVP-Rätsel beschäftigt setze ich meine Reise dann bis nach Schlieren fort, was dann doch erstaunlich unspektakulär verläuft. Auch die Zug-Bekanntschaften halten sich in Grenzen, aber das wird schon.

Ein Kommentar

 
  1. Viel Glück beim S3er Flirt!

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