Danke, Wirtschaftskrise!

…oder wie ich lernte, die Währungskurse zu lieben. Oder zumindest zu mögen. Ach nein, eigentlich ist es Liebe. Liebe auf die erste Kommastelle. Denn nach langem Quälen, hin, und her, wird er endlich gut: Der Umrechnungskurs für Euros und Dollar in Schweizer Franken.

Der Hype ist riesig: Die Weltwirtschaft geht volle Kanne den Bach runter. Alle machen mit, ausser wir Schweizer. Wir sind da wie immer sehr neutral. Nicht mal beim grossen Schuldzuschieben wollen wir richtig mitspielen. Die einen meinen zwar, wir sind alle selbst dran schuld, andere schieben die Schuld auf die Illuminaten und für noch andere ist einfach Obama der Schwarze Peter.

Doch das Trara rund um Mutter Wirtschaft hat nicht nur Schattenseiten. Ich weiss noch, als ich jung war (also so vor etwa 12.5 Jahren bei der Euro-Einführung) kostete ein Euro so etwa 1.6087 Schweizer Franken. Voll geil, vorallem zum Rechnen. Unser Mathe-Lehrere hat das dann ganz gut erklärt: “Ja, da teilt ihr den Eurobetrag durch 2, merkt euch das, teilt den Eurobetrag durch 10 und addiert das Gemerkte und das Ergebnis der letzten Rechnung zusammen zum anfänglichen Eurobetrag. Dann habt ihr das in Franken umgerechnet. Ganz einfach”. Genau. Ganz einfach. Noch einfacher wurde es umgekehrt. “Ja, da müsst ihr den Frankenbetrag einfach durch 1.6 teilen und schon habt ihr den Eurobetrag mit gleichem Wert”. Natürlich. Ich Kopf etwas durch 1.6 teilen. “Gut, das ist etwa schwer. Also teilt im Kopf durch 16 und rechnet das dann mal 10″. Geht doch. Ganz einfach.

Gleiches Spielchen damals auch mit dem Dollar, der war so etwa 1.5738 Franken. Voll toll, um Kopfrechnen zu üben. Als kleine Vereinfachung haben wir dann begonnen, die Beträge mal Pi zu rechnen und durch 2 zu teilen. Das war leichter. Das Umgekehrte, von Dollar in Franken, haben wir gleich ganz weggelassen und die Dollar einfach behalten.

Doch nun, endlich, nach all diesen Jahren der Qualen, nun endlich ist es so weit und wir können mit folgenden Kursen zu Rechnen beginnen (Startdatum wohl noch im Verlaufe dieser Woche):

1 US Dollar = 0.50 Schweizer Franken

1 Euro = 1 Schweizer Franken

Danke, liebe Weltwirtschaft. Danke.

Achtung, dieser Beitrag könnte als «Satire» bezeichnet werden und ist mit Intelligenz zu geniessen.


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6 Kommentare:

  1. Geiler Artikel :D

    Auch ich als Vertreter der etwas älteren Garde kann mich noch an meine Jugend erinnern, als für einen Dollar Werbeeinnahmen noch ganze 1.20 Franken ausbezahlt wurden.
    Da würde ich heute schön Zweiter machen.

  2. Wie immer legendär. Du solltest dich um eine Stelle bei der Nationalbank bewerben: Uns bliebe viel Ärger bezüglich Umrechnungskurse erspart! Roger for President, oder so..

  3. So, wie’s heute aussieht, wird’s wieder komplizierter :-) Ums einfacher zu machen, könnte man einfach den Franken abschaffen, nicht? Nur noch mit chinesischen Renminbi handeln. Was mich wieder in unsere Asienreise zurückversetzt: jeden Monat wieder neue Umrechnungskurse einverleiben. Seit der Schule haben wir ja Smartphones hinzugewonnen, nicht vergessen.

  4. @Sam
    Ach ich mag den Franken eigentlich, auch wenn es ohne definitiv einfacher wäre… Dank Smartphone werde ich wohl in meinen USA-Ferien jeden morgen erst mal den Kurs checken können :D